Sumenia Academy · Daten

TSS verstehen.

Nach jeder Einheit steht eine Zahl da. Sie ist nicht gemessen — sie ist gerechnet, und zwar aus genau zwei Dingen.

24 Minuten Danach weisst du, was die Zahl berechnet, warum Intensität stärker zählt als Dauer, warum alles am Schwellenwert hängt, was «100» wirklich bedeutet, was die Zahl leisten kann und was sie nicht wissen kann — und was Sumenia tatsächlich rechnet.

Zwei Stunden gefahren, und am Ende steht 96 da.

Die Zahl wirkt wie ein Messergebnis. Sie hat Nachkommastellen, sie erscheint ohne Nachfrage, sie lässt sich mit gestern vergleichen. Aber sie ist kein Messwert: Kein Gerät hat sie erfasst. Sie wurde ausgerechnet — aus der Dauer deiner Einheit und aus einem Wert, der beschreibt, wie hart sie im Verhältnis zu deiner persönlichen Schwelle war.

Das ist keine Kritik. Eine Rechnung kann sehr nützlich sein. Aber es lohnt sich zu wissen, was gerechnet wurde — denn daraus folgt, was die Zahl sagen kann und was nicht.

TSS ist eine Rechnung, keine Messung: Dauer mal Intensität im Quadrat. Als Summe über Wochen hängt sie mit deiner Entwicklung zusammen. Als einzelne Zahl sagt sie weniger, als sie aussieht.

Alle drei Sätze sind wichtig — auch der mittlere. Dieser Artikel handelt nicht davon, dass die Zahl nichts taugt.

1 · Fünf Kürzel, die ständig verwechselt werden

Rund um diese Zahl kursieren fünf Abkürzungen. Sie bezeichnen verschiedene Dinge, und zwei davon werden besonders oft gleichgesetzt, obwohl sie es nicht sind.

KürzelWas es bezeichnet
TSS Training Stress Score. Die Belastungszahl einer Einheit. Klassisch aus der Leistung gerechnet — also aus Watt.
hrTSS Dieselbe Formel, aber aus der Herzfrequenz gerechnet. Nicht dasselbe wie TSS — die Eingangsgrösse ist eine andere. Abschnitt 7.
NP Normalized Power. Ein Rechenverfahren, das aus schwankender Leistung eine einzelne Zahl macht und dabei hohe Werte stärker gewichtet als der einfache Mittelwert.
IF Intensity Factor. Die aufbereitete Intensität geteilt durch deinen persönlichen Anker. Ein Verhältnis ohne Einheit — kein Zustand deines Körpers.
FTP Der Anker: die Leistung, die man etwa eine Stunde halten kann. Ein Schätzverfahren für einen physiologischen Punkt, über den die Fachwelt streitet.

Die Tabelle ist eine Arbeitsdefinition. Die Fachliteratur benutzt die Begriffe uneinheitlich. Entscheidend sind zwei Trennungen: TSS und hrTSS sind nicht dasselbe, und FTP ist nicht die Schwelle selbst, sondern eine Schätzung davon.

hrTSS und TSS sind dieselbe Grösse.

FTP ist deine Schwelle.

Was FTP als Zahl genau ist und wie der Test dazu abläuft, steht in einem eigenen Artikel — hier geht es nur darum, was ein falscher Anker mit der Belastungszahl macht.

FTP verstehen →

2 · Was die Zahl berechnet

Die ganze Rechnung passt in eine Zeile:

Punkte = Stunden × Intensität² × 100
Dabei ist «Intensität» kein Messwert, sondern ein Verhältnis: deine aufbereitete Intensität geteilt durch deinen persönlichen Anker.

Damit stehen drei Rechenschritte übereinander, und jeder ist eine Entscheidung:

SchrittWas dort passiert
1 · Aufbereiten Aus dem schwankenden Verlauf wird eine einzelne Intensitätszahl. Klassisch über Normalized Power, bei Sumenia über den Pulsverlauf.
2 · Auf dich normieren Diese Zahl wird durch deinen persönlichen Anker geteilt. Hier entsteht die Personenabhängigkeit — und die grösste Fehlerquelle.
3 · Quadrieren, mal Dauer, mal 100 Das Ergebnis wird quadriert, mit den Stunden multipliziert und mit 100 skaliert.

Und daraus folgt sofort etwas Unbequemes: Die Rechnung lässt sich nicht umkehren. Aus der fertigen Zahl kann niemand mehr herauslesen, ob sie aus einer langen ruhigen oder aus einer kurzen harten Einheit stammt. Zwei Angaben werden zu einer zusammengefasst, und dabei geht Information verloren — endgültig.

TSS misst deinen körperlichen Stress.

3 · Warum Intensität stärker zählt als Dauer

Das Quadrat in der Formel ist die eigentliche inhaltliche Entscheidung. Es bedeutet: Dauer zählt einfach, Intensität doppelt.

Wenn sich … verdoppelt… ändert sich die Zahl um
die DauerFaktor 2
die relative IntensitätFaktor 4
Zweimal verdoppeln — zwei verschiedene Folgen. Ausgangspunkt eine Einheit doppelte Dauer gleich hart × 2 doppelte Intensität gleich lang × 4 Die Höhe ist die Punktzahl. Dauer zählt einfach, Intensität zählt im Quadrat. Das ist die Arithmetik der Formel — keine Messung an einem Körper. Der Exponent ist eine Konvention; geprüft wurde er nicht.

Zweimal dieselbe Verdopplung, zwei verschiedene Folgen. Doppelte Dauer verdoppelt die Zahl. Doppelte Intensität vervierfacht sie. Das ist reine Arithmetik der Formel, keine Messung.

Und hier ist die wichtigste Einordnung dieses Abschnitts: Die Quadrierung ist eine Konvention. Es wurde keine Arbeit gefunden, die den Exponenten 2 gegen andere Werte prüft — etwa gegen 1,5 oder 3. Die Wahl ist plausibel, weil harte Belastung tatsächlich überproportional beansprucht. Aber plausibel ist nicht geprüft.

Die Quadrierung bildet die tatsächliche Beanspruchung ab.

Beim klassischen leistungsbasierten Verfahren kommt noch eine zweite Gewichtung dazu: Normalized Power erhebt die Leistungswerte in die vierte Potenz, bevor sie gemittelt werden. Auch das gewichtet Spitzen stark über.

Normalized Power ist die Leistung, die dieselbe Beanspruchung erzeugt hätte.

Das ist die verbreitete Erklärung, und sie ist nicht belegt. Die früheste gefundene Fachbeschreibung nennt das Verfahren vorsichtig eine «brauchbare Alternative» zum einfachen Mittelwert — sie prüft es nicht. Normalized Power ist ein Rechenverfahren, das Schwankung stärker gewichtet. Mehr lässt sich darüber mit Beleg nicht sagen.

4 · Vier Einheiten, dieselbe Zahl

Weil zwei Angaben zu einer werden, können völlig verschiedene Einheiten dasselbe Ergebnis liefern. Das lässt sich vorrechnen:

EinheitIntensitätPunkte
1 Stunde an der Schwelle1,000100,0
2 Stunden locker0,707100,0
4 Stunden sehr locker0,500100,0
30 Minuten deutlich darüber1,414100,0

Vier Einheiten, die physiologisch nichts miteinander zu tun haben, ergeben dieselbe Zahl.

Diese Werte sind nachgerechnet, nicht gemessen — eingesetzt in dieselbe Formel, die auch im Produkt steht. Sie gehören zu keiner Person. Und sie zeigen keinen Fehler der Formel: Es ist ihre Bauart.

Die vier Zeilen sind nicht austauschbar. Vier Stunden sehr locker beanspruchen den Kohlenhydratspeicher, die Muskulatur und den Kopf ganz anders als dreissig Minuten über der Schwelle. Die Zahl weiss davon nichts — sie kennt nur das Produkt aus Dauer und quadrierter Intensität.

1 Stunde an der Schwelle 2 Stunden locker 4 Stunden sehr locker 30 Minuten deutlich darüber Vier Einheiten, vier Rechtecke — dieselbe Fläche. Breite = Dauer Höhe = Intensität im Quadrat Die Fläche ist die Punktzahl. Sie ist bei allen vier gleich. Nachgerechnet, nicht gemessen — und keiner Person zugeordnet.

Vier Rechtecke mit derselben Fläche. Lang und flach, kurz und hoch — die Fläche bleibt gleich. Genau so verhält sich die Formel: Sie sieht nur das Produkt, nicht die beiden Faktoren.

5 · Was «100» tatsächlich bedeutet

Der bekannteste Satz über diese Kennzahl lautet: Hundert Punkte sind eine Stunde an deiner Schwelle. Das stimmt — aber nicht aus dem Grund, den die meisten vermuten.

Setzt man eine Stunde und die Intensität 1 in die Formel ein, ergibt sich 1 × 1² × 100 = 100. Der Wert kommt heraus, weil der Faktor 100 gewählt wurde — nicht, weil eine Messung ihn ergeben hätte. Es ist eine Definition der Skalierung, genau wie «hundert Zentimeter sind ein Meter». Hätte man 50 gewählt, wären es 50.

Hundert Punkte sind eine biologische Einheit.

Und damit die Gleichung überhaupt zutrifft, müssen vier Dinge gleichzeitig gelten: dass dein Anker wirklich deine Schwelle trifft, dass die Intensitätsaufbereitung die Beanspruchung abbildet, dass das Quadrat die richtige Gewichtung ist, und dass du an diesem Tag deine übliche Schwelle hast. Keine dieser vier Voraussetzungen ist gesichert. Die erste ist beziffert falsch — dazu der nächste Abschnitt.

6 · Warum alles am Schwellenwert hängt

Der zweite Rechenschritt teilt deine Intensität durch deinen persönlichen Anker. Das klingt harmlos. Es ist die grösste Fehlerquelle der ganzen Konstruktion — und zwar aus einem mathematischen Grund.

Die Zahl ist proportional zu eins durch den Anker im Quadrat. Ein Fehler im Anker geht deshalb quadratisch ein.

Was das bedeutet, lässt sich vorrechnen. Dieselbe Stunde, derselbe Durchschnittspuls von 150 — nur die angenommene Schwelle wechselt:

Angenommene SchwelleIntensitätPunkte
160 bpm0,93887,9
165 bpm0,90982,6
170 bpm0,88277,9
175 bpm0,85773,5
180 bpm0,83369,4

Dieselbe Stunde, derselbe Puls — 88 oder 69, je nachdem, welche Schwelle angenommen wird. Zwischen 160 und 180 Schlägen liegen knapp 13 Prozent; in der Zahl werden daraus über 20 Prozent. Auch diese Werte sind nachgerechnet, nicht gemessen.

Ein Ankerfehler wird verstärkt, nicht weitergereicht. 9,3 % 5 % 17,4 % 10 % 24,4 % 15 % Anker zu hoch → so weit liegt die Punktzahl daneben wenn es linear wäre Die gestrichelte Linie zeigt, wie es aussähe, wenn der Fehler einfach durchginge. Beide Verläufe sind gerechnet, nicht gemessen.

Ein Ankerfehler wird nicht weitergereicht — er wird verstärkt. Zehn Prozent daneben ergeben 17,4 Prozent Abweichung in der Zahl. Die Kurve ist gerechnet, nicht gemessen.

Und die Verschiebung ist systematisch, nicht zufällig:

Schwelle zu hoch umZahl beträgt … des richtigen Wertsalso zu niedrig um
5 %90,7 %9,3 %
10 %82,6 %17,4 %
15 %75,6 %24,4 %

Ein etwas ungenauer Schwellenwert macht wenig aus.

Und wie gut trifft der Anker?

Für die leistungsbasierte Variante gibt es dazu eine Untersuchung. Bei 11 trainierten Radfahrern und Triathleten im Labor wurde der aus einem 20-Minuten-Test abgeleitete Wert gegen einen physiologischen Bezugspunkt gestellt:

VerfahrenSystematische Abweichung
20-Minuten-Wert roh26 ± 7 Watt
mit dem üblichen Faktor 95 %12 ± 7 Watt
mit individuellem Faktor (im Mittel 91 %)1 ± 6 Watt

Der übliche Faktor lag im Mittel 12 Watt daneben; der individuell passende lag eher bei 91 statt 95 Prozent. Bei einer Schwelle von 250 Watt sind 12 Watt rund 5 Prozent — und über die Rechnung oben werden daraus rund 9 Prozent Verschiebung jedes einzelnen Belastungswerts. Einschränkung: 11 Personen, ausschliesslich männlich, und die Arbeit setzt einen Bezugspunkt voraus, über den die Fachwelt selbst streitet.

Zuverlässig ist nicht dasselbe wie richtig

Hier lohnt eine Unterscheidung, die oft übersprungen wird. Derselbe 20-Minuten-Test ist nämlich sehr zuverlässig: Bei 25 trainierten Radfahrern lag der Variationskoeffizient bei 2,9 Prozent, die Übereinstimmung bei 0,97.

Diese beiden Befunde widersprechen sich nicht — sie messen Verschiedenes. Der eine sagt: Der Test liefert wiederholbar denselben Wert. Der andere sagt: Dieser Wert liegt systematisch neben dem physiologischen Bezugspunkt. Zuverlässig falsch ist möglich. Zuverlässigkeit ist eine Eigenschaft des Tests, Gültigkeit eine Aussage über das, was er trifft.

Weil der Test so zuverlässig ist, stimmt der Wert.

Dazu kommt: Der Anker ist selbst ein umstrittenes Konstrukt. Ob der Punkt, den er schätzen soll, überhaupt der richtige Bezugspunkt ist, ist in der Fachwelt offen — und er schwankt von Tag zu Tag und veraltet mit dem Trainingszustand. Was ein solcher Punkt physiologisch ist, behandeln zwei eigene Artikel.

Trainingsintensität verstehen →

FTP ist dasselbe wie die maximale Laktat-Steady-State-Leistung.

7 · Was Sumenia tatsächlich rechnet

Und jetzt eine Offenlegung, die in diesen Artikel gehört.

Sumenia rechnet keinen TSS. Sumenia rechnet hrTSS — dieselbe Formel, aber mit dem Puls als Eingangsgrösse statt der Leistung.

In src/engine.mjs steht die Rechnung wörtlich: Jeder Pulswert wird durch eine Schwellen-Herzfrequenz geteilt, das Ergebnis quadriert, über die Zeit aufsummiert und mit 100 skaliert. Normalized Power, Intensity Factor aus Watt und FTP kommen in dieser Datei nicht vor.

Das ist kein Fehler, sondern eine Sachlage. Wer keinen Leistungsmesser hat, hat trotzdem einen Puls, und eine pulsbasierte Variante ist die naheliegende Wahl. Die Grenze liegt woanders: Für diese konkrete pulsbasierte Variante wurde in der geprüften Fachliteratur keine eigene Validierung gefunden — keine Arbeit, die sie gegen die leistungsbasierte Variante oder gegen ein Ergebnis prüft.

Die pulsbasierte Variante ist wissenschaftlich gleichwertig zur leistungsbasierten.

Warum die Übertragung nicht selbstverständlich ist

Es gibt einen mathematischen Bruch, der selten benannt wird. Die Leistung beginnt bei null, die Herzfrequenz nicht.

Eine Intensität von 0,5 heisst bei der Leistung: die halbe Schwellenleistung — also tatsächlich halb so viel Arbeit. Beim Puls heisst dieselbe 0,5 einen Herzschlag, den man im Sitzen fast erreicht. Derselbe Quotient bedeutet in beiden Fällen etwas anderes, weil die eine Grösse einen Nullpunkt hat und die andere einen Ruhewert. Es wurde keine Arbeit gefunden, die diese Übertragung prüft.

Dieselbe Formel, zwei verschiedene Eingänge. Watt was du geleistet hast TSS Puls wie dein Körper antwortet hrTSS dieselbe Rechnung Dauer × Intensität² Links steht, was du an Arbeit abgegeben hast. Rechts, wie dein Körper geantwortet hat. Zwei Ebenen, keine Rangfolge — die Frage ist nicht, welcher Weg besser wäre. Für die rechte Spalte wurde keine eigene Validierung gefunden.

Dieselbe Formel, zwei verschiedene Eingänge. Links das, was du geleistet hast. Rechts das, was dein Körper daraus gemacht hat. Kein Rangverhältnis — die Frage ist nicht, welcher Weg besser ist, sondern welche Ebene er beschreibt.

Zwei weitere Dinge, die offen dastehen sollten

Erstens: Woher die Schwelle kommt. Liegt kein Wert im Profil, schätzt Sumenia die Schwellen-Herzfrequenz aus der Einheit selbst — aus dem besten 30-Minuten-Mittel, ersatzweise 20 oder 60 Minuten. Der Code benennt die Falle darin selbst und ausdrücklich: Eine Schwelle, die aus derselben Einheit stammt, ist keine Schwelle. Er belegt das mit einem realen Fall, in dem eine lockere Stunde bei Puls 110 auf 85 Punkte kam. Genau deshalb greift ohne Profilwert der dauerbasierte Weg.

Zweitens: Was ohne Pulsdatei passiert. Dann rechnet Sumenia mit einem angenommenen Intensitätsfaktor je Sportart — Rad 0,70, Lauf 0,75, Kraft 0,65, Mannschaftssport 0,68. Das ist eine offen deklarierte Näherung, und die Herkunft der Zahl fährt in den Daten mit: Eine geschätzte Last darf in der Kurve nicht aussehen wie eine gemessene.

Warum das hier steht: Weil dieselbe Zahl in die langsame Kurve eingeht, die anderswo «Fitness» heisst. Jede Ungenauigkeit von hier wandert dorthin weiter — quadratisch, wie oben gezeigt. Was die Kurve daraus macht, steht in einem eigenen Artikel.

CTL verstehen →

8 · Was die Zahl sinnvoll leisten kann

Nach sieben Abschnitten voller Einschränkungen die Gegenfrage: Wozu dann überhaupt?

Die Antwort ist bemerkenswert, und sie unterscheidet diese Kennzahl von manch anderer: Für die Belastungssumme über mehrere Wochen gibt es tatsächlich einen geprüften Zusammenhang mit der Leistungsentwicklung.

Bei 15 gut trainierten Wettkampfradfahrern über eine zehnwöchige Vorbereitungsphase, mit Labortests davor und danach, hing die aufsummierte Belastung mit der Veränderung der Schwellenleistung zusammen: r = 0,75 (95 % 0,31–0,93) bei der einen und r = 0,79 (0,40–0,94) bei der anderen geprüften Schwelle.

Fünf Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen, und ohne sie dürfen sie nicht zitiert werden. Erstens: Es sind 15 Personen — die Vertrauensintervalle sind entsprechend weit, das untere Ende liegt bei 0,31. Zweitens: Es geht um die Summe über zehn Wochen, nicht um einen einzelnen Wert. Drittens: Radsport, männlich, wettkampforientiert. Viertens: Die Zielgrösse ist eine Schwellenleistungsänderung, nicht «Fitness». Fünftens: Die Autoren schliessen zugunsten individualisierter Verfahren — ein pulsbasiertes Verfahren mit persönlichem Laktatprofil schnitt in derselben Arbeit noch etwas besser ab.

Das ist ein Zusammenhang, keine Vorhersage — und er gilt der Summe über Wochen, nicht der Zahl von heute Abend.

Was die Zahl darüber hinaus leistet, ist unspektakulär und trotzdem wertvoll:

Die Zahl leistet …… weil
Eine gemeinsame Skala Eine lange ruhige und eine kurze harte Einheit lassen sich überhaupt nebeneinanderlegen. Ohne eine solche Zahl ginge das nicht.
Eine Wochensumme Genau dafür liegt die Evidenz vor. Über Wochen aufsummiert wird das Signal stärker als der Einzelwert.
Einen sichtbaren Verlauf Ob dein Umfang über Monate zu- oder abnimmt, wird an dieser Reihe sichtbar.
Einen Vergleich mit dir selbst Innerhalb derselben Skala, derselben Sportart und desselben Ankers ist dein eigener Verlauf aussagekräftig.

Die Regel dahinter: Lies die Summe und den Verlauf — nicht den Einzelwert und schon gar nicht den Wert einer anderen Person.

9 · Was die Zahl nicht wissen kann

In die Rechnung gehen genau zwei Dinge ein: wie lange und wie hart im Verhältnis zum Anker. Alles andere fehlt — nicht, weil es vergessen wurde, sondern weil es nie erhoben wurde.

TSS misst deine Ermüdung.

Bei so und so vielen Punkten brauchst du so und so viele Stunden Erholung.

TSS misst deine Anpassung oder deine Fitness.

TSS schützt vor Übertraining oder Verletzungen.

Für keine dieser vier Aussagen wurde eine Untersuchung gefunden, die sie prüft. Zum letzten Punkt gehört ein zusätzlicher Befund: Ein systematischer Überblick über zwölf Studien im Ausdauersport hält fest, dass keine dieser Studien überhaupt innere Belastungen berichtete.

Drei Fälle, in denen ähnliche Zahlen Verschiedenes bedeuten

Erstens: Schwankung erhöht die Zahl. Zwei Stunden mit derselben mittleren Intensität von 0,75 ergeben je nach Verlauf verschiedene Werte — gleichmässig 112,5, aber aufgeteilt in eine lockere und eine harte Stunde 125,0. Gleicher Mittelwert, rund 11 Prozent mehr Punkte. Das Quadrat bestraft Schwankung; bei der leistungsbasierten Variante mit ihrer vierten Potenz noch stärker. Auch das ist nachgerechnet, nicht gemessen.

Zweitens: Rennen werden anders bewertet als Training. Bei 21 Profiradfahrern über vier Jahre und 11 655 Einheiten unterschied sich die leistungsbasierte Belastungszahl zwischen Training und Rennen um 120 Prozent — während drei andere Belastungsmasse derselben Einheiten nur um 73, 67 und 68 Prozent auseinanderlagen. Der Grund ist genau der Mechanismus von eben: Rennen sind variabler, und die Quadrierung schlägt bei Schwankung stärker aus.

Und hier ein Schluss, der oft zu schnell gezogen wird. Alle vier Masse in dieser Arbeit korrelierten fast perfekt miteinander — und hatten trotzdem signifikant verschiedene Steigungen. Zwei Grössen können nahezu perfekt korrelieren und trotzdem systematisch auseinanderlaufen, sobald sich der Zusammenhang ändert. Hohe Korrelation ist nicht Austauschbarkeit.

Weil die Belastungsmasse hoch korrelieren, sind sie austauschbar.

Drittens: Was für die Gruppe gilt, gilt nicht für dich. Bei zehn Personen im Handbike-Training lag der Zusammenhang zwischen der äusseren und der inneren Belastung auf Gruppenebene bei r = 0,81 bis 0,85 — auf der Ebene der einzelnen Person aber zwischen r = 0,48 und r = 0,99. Einschränkung: zehn Personen, eine sehr spezielle Population.

Ein Gruppenmittel ist keine Individualregel. Dass ein Zusammenhang über viele Menschen hinweg gilt, sagt nicht, wie stark er bei dir ist.

Und: Die Zahl ist nicht sportartenneutral

Die Formel stammt aus dem Radsport, wo die Leistung direkt messbar und der Anker etabliert ist. Die gesamte gefundene Validierungsliteratur kommt von dort. Für Laufvarianten, Schwimmvarianten und Krafttraining wurde keine peer-reviewte Validierung gefunden.

Dieselbe Punktzahl bedeutet in jeder Sportart dasselbe.

Eine Metrik wird nicht sportartenneutral, nur weil sie eine Zahl ohne Einheit ausgibt.

10 · Was offen bleibt

Ein ehrlicher Artikel nennt auch, was er nicht beantworten kann:

TSS hat keine wissenschaftliche Grundlage.

Das wäre der falsche Schluss, und er ist ausdrücklich nicht gemeint. Der erste Punkt oben betrifft die Definition — nicht die Anwendung. Für die Anwendung existiert sehr wohl peer-reviewte Literatur, und ein Teil davon steht in Abschnitt 8. Gesucht wurde ausserdem nur in Fachdatenbanken, nicht in Büchern, Handbüchern oder Firmenunterlagen, und genau dort ist die Definition zu vermuten.

Nicht gefunden heisst nicht nicht vorhanden. Und eine fehlende Definitionsarbeit ist etwas anderes als eine fehlende Prüfung.

11 · DATA → CONTEXT → UNDERSTANDING

01 · Data

Was dasteht

96 Punkte

Eine Zahl nach der Einheit.

02 · Context

Was danebensteht

war das lang und ruhig oder kurz und hart? woher stammt der Anker — aus dem Profil oder aus der Einheit selbst? kam die Zahl aus dem Puls oder aus einer Annahme je Sportart? und: verglichen womit — mit deiner letzten Woche, oder mit einer Zahl von aussen?

Die erste Frage kann die Zahl selbst nicht mehr beantworten.

03 · Understanding

Was jetzt gesagt werden kann

Diese Einheit war, gemessen an deinem eigenen Anker, etwa so belastend wie eine knappe Stunde an der Schwelle. Was sie mit dir gemacht hat, steht nicht darin — und ob der Anker stimmt, entscheidet die Zahl mit.

12 · Was dieser Artikel ausdrücklich nicht ist

Er erklärt Sportwissenschaft. Er gibt keine medizinischen Empfehlungen, keine Diagnose und keine persönliche Trainingsanweisung.

Er nennt keine Wochenziele, keine Punktevorgaben und keine Zahl, an der du dich ausrichten solltest — für all das fehlt die wissenschaftliche Grundlage. Wer Vorerkrankungen hat, längere Zeit nicht trainiert hat oder bei Belastung Beschwerden bemerkt — Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Herzstolpern —, klärt das vorher ärztlich ab.

Das gilt besonders, wenn solche Beschwerden neu sind oder sich verstärken.

13 · Was TSS nicht bedeutet

Nicht gestützt «TSS misst deinen körperlichen Stress.»

In die Rechnung gehen Dauer und ein Intensitätsverhältnis ein. Kein Stressmarker, kein Hormonwert, keine Messung am Körper.

Nicht gestützt «hrTSS und TSS sind dieselbe Grösse.»

Dieselbe Formel, eine andere Eingangsgrösse. Die eine kommt aus der Leistung, die andere aus dem Puls — und für die pulsbasierte Variante wurde keine eigene Validierung gefunden.

Nicht gestützt «TSS misst deine Ermüdung.»

Es wurde keine Arbeit gefunden, die diese Zahl gegen Ermüdungsmarker prüft. Wie müde du bist, steht nicht darin.

Nicht gestützt «Aus der Punktzahl folgt, wie lange du dich erholen musst.»

Für einen Zusammenhang zwischen dieser Zahl und der Erholungsdauer wurde keine Evidenz gefunden.

Nicht gestützt «TSS misst deine Anpassung oder deine Fitness.»

Es fliesst kein Anpassungsmesswert ein. Die Rechnung kennt nur, was du getan hast — nicht, was dein Körper daraus gemacht hat.

Widerlegt «Hundert Punkte sind eine biologische Einheit.»

Hundert kommt heraus, weil der Faktor 100 gewählt wurde. Es ist eine Definition der Skalierung, kein Messergebnis.

Nicht gestützt «Die Quadrierung bildet die Beanspruchung ab.»

Der Exponent 2 wurde nicht gegen andere Werte geprüft gefunden. Er ist eine Konvention — plausibel, aber ungeprüft.

Widerlegt «FTP ist deine Schwelle.»

FTP ist ein Schätzverfahren. Der übliche 20-Minuten-Weg lag im Mittel 12 Watt neben dem geprüften Bezugspunkt — und über welchen Bezugspunkt überhaupt der richtige ist, streitet die Fachwelt.

Stimmt so nicht «Der Test ist sehr zuverlässig, also stimmt der Wert.»

Zuverlässigkeit heisst: dasselbe Ergebnis bei Wiederholung. Gültigkeit heisst: das Ergebnis trifft, was es treffen soll. Zuverlässig falsch ist möglich.

Nicht gestützt «Ein ungenauer Schwellenwert macht wenig aus.»

Er geht quadratisch ein. Eine um 10 Prozent zu hoch angesetzte Schwelle senkt jede Punktzahl um 17,4 Prozent — und der Fehler wandert in jede daraus abgeleitete Kurve weiter.

Nicht gestützt «Dieselbe Punktzahl bedeutet in jeder Sportart dasselbe.»

Die Formel stammt aus dem Radsport. Für lauf-, schwimm- und kraftspezifische Varianten wurde keine Validierung gefunden — und selbst innerhalb einer Sportart trennt sie Training und Rennen anders als andere Masse.

Widerlegt «Die Belastungsmasse korrelieren hoch, also sind sie austauschbar.»

In derselben Arbeit korrelierten vier Masse fast perfekt — bei signifikant verschiedenen Steigungen. Hohe Korrelation schliesst systematisches Auseinanderlaufen nicht aus.

Stimmt so nicht «TSS hat keine wissenschaftliche Grundlage.»

Eine Originaldefinition wurde nicht gefunden — Anwendungs- und Validierungsliteratur dagegen sehr wohl. Das sind zwei verschiedene Dinge.

14 · Was bleibt

Zwischen deiner Einheit und der Zahl liegen fünf Schritte: Messen, Aufbereiten, auf dich Normieren, Quadrieren, Skalieren. Vier davon sind Rechnung, und mehrere sind Konventionen — plausibel gewählt, aber nicht geprüft.

Das macht die Zahl nicht wertlos. Über Wochen aufsummiert hängt sie messbar mit der Leistungsentwicklung zusammen, und sie gibt einer langen ruhigen und einer kurzen harten Einheit überhaupt erst eine gemeinsame Skala.

TSS ist eine Rechnung, keine Messung: Dauer mal Intensität im Quadrat. Als Summe über Wochen hängt sie mit deiner Entwicklung zusammen. Als einzelne Zahl sagt sie weniger, als sie aussieht.

Wer das weiss, liest die Zahl anders: als Beschreibung dessen, was er getan hat — und nicht als Auskunft darüber, was es mit ihm gemacht hat.

Trainingsbelastung verstehen →

Sumenia verstehen →

Weiterlesen

Quellen

  1. Sanders, D., Abt, G., Hesselink, M. K. C., Myers, T., & Akubat, I. (2017). Methods of Monitoring Training Load and Their Relationships to Changes in Fitness and Performance in Competitive Road Cyclists. International Journal of Sports Physiology and Performance, 12(5), 668–675. doi:10.1123/ijspp.2016-0454 — Beobachtungsstudie, 15 Wettkampfradfahrer, männlich, 10 Wochen. Quelle des Zusammenhangs in Abschnitt 8. Einschränkung: n = 15 mit weiten Vertrauensintervallen; es ist ein Zusammenhang, keine Vorhersage und keine Kausalität; individualisierte Verfahren schnitten besser ab.
  2. van Erp, T., Foster, C., & de Koning, J. J. (2019). Relationship Between Various Training-Load Measures in Elite Cyclists During Training, Road Races, and Time Trials. International Journal of Sports Physiology and Performance, 14(4), 493–500. doi:10.1123/ijspp.2017-0722 — Felddaten, 21 Profiradfahrer, 11 655 Einheiten, 4 Jahre. Quelle der 120 Prozent und des Befunds zu verschiedenen Steigungen. Einschränkung: kein Ergebnis-Endpunkt; die Arbeit sagt nichts über Richtigkeit, nur über das Verhalten der Masse.
  3. Lillo-Beviá, J. R., Courel-Ibáñez, J., Cerezuela-Espejo, V., Morán-Navarro, R., Martínez-Cava, A., & Pallarés, J. G. (2022). Is the Functional Threshold Power a Valid Metric to Estimate the Maximal Lactate Steady State in Cyclists? Journal of Strength and Conditioning Research, 36(1), 167–173. doi:10.1519/JSC.0000000000003403 — Validierungsstudie im Labor, 11 trainierte Männer. Quelle der Abweichungen in Abschnitt 6. Einschränkung: n = 11, männlich; die Arbeit setzt einen Bezugspunkt voraus, der selbst umstritten ist.
  4. Klitzke Borszcz, F., Tramontin, A. F., & Costa, V. P. (2020). Reliability of the Functional Threshold Power in Competitive Cyclists. International Journal of Sports Medicine, 41(3), 175–181. doi:10.1055/a-1018-1965 — Test-Retest-Studie, 25 trainierte Radfahrer. Quelle der Zuverlässigkeitswerte. Einschränkung: Sie belegt Zuverlässigkeit, nicht Gültigkeit — zwei verschiedene Eigenschaften.
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  7. Passfield, L., Hopker, J. G., Jobson, S., Friel, D., & Zabala, M. (2017). Knowledge is power: Issues of measuring training and performance in cycling. Journal of Sports Sciences, 35(14), 1426–1434. doi:10.1080/02640414.2016.1215504 — Übersichtsarbeit. Meldet Bedarf an neuen Verfahren an. Einschränkung: mit einem Mitautor aus dem Umfeld der Software, die diese Kennzahl verbreitet hat.
  8. de Groot, S., Hoekstra, S. P., Grandjean Perrenod Comtesse, P., Kouwijzer, I., & Valent, L. J. (2018). Relationships between internal and external handcycle training load in people with spinal cord injury training for the handbikebattle. Journal of Rehabilitation Medicine, 50(3), 261–268. doi:10.2340/16501977-2316 — Beobachtungsstudie, 10 Personen mit Querschnittlähmung, 12 Wochen. Quelle des Unterschieds zwischen Gruppen- und Einzelebene. Einschränkung: n = 10, sehr spezielle Population.
  9. Fox, J. L., Stanton, R., Sargent, C., Wintour, S. A., & Scanlan, A. T. (2018). The Association Between Training Load and Performance in Team Sports: A Systematic Review. Sports Medicine, 48(12), 2743–2774. doi:10.1007/s40279-018-0982-5 — Systematische Übersicht, 26 Arbeiten. Stützt die Einordnung, dass individualisierte Verfahren stärker abschneiden. Einschränkung: Mannschaftssport, nicht Radsport; für äussere Belastungsmasse fand die Arbeit keine beständigen Zusammenhänge.
  10. Ellis, M., Penny, R., Wright, B., Noon, M., Myers, T., & Akubat, I. (2020). The dose–response relationship between training-load measures and aerobic fitness in elite academy soccer players. Science and Medicine in Football, 5(2), 128–136. doi:10.1080/24733938.2020.1817536 — Beobachtungsstudie, männlicher Elitenachwuchs im Fussball. Einschränkung: Diese Kennzahl wurde dort nicht geprüft; andere Masse erklärten zwischen 10 und 69 Prozent der Varianz.
  11. Impellizzeri, F. M., Shrier, I., McLaren, S. J., et al. (2023). Understanding Training Load as Exposure and Dose. Sports Medicine, 53(9), 1667–1679. doi:10.1007/s40279-023-01833-0 — Fachposition. Quelle der Trennung von äusserer und innerer Belastung. Einschränkung: ein Begriffsrahmen, keine Messvalidierung.
  12. Jamnick, N. A., Pettitt, R. W., Granata, C., Pyne, D. B., & Bishop, D. J. (2020). An Examination and Critique of Current Methods to Determine Exercise Intensity. Sports Medicine, 50(10), 1729–1756. doi:10.1007/s40279-020-01322-8 — Übersichtsarbeit. Hier nur für die Einordnung herangezogen, dass der Bezugspunkt des Ankers umstritten ist.
  13. Jones, A. M., Burnley, M., Black, M. I., Poole, D. C., & Vanhatalo, A. (2019). The maximal metabolic steady state: redefining the «gold standard». Physiological Reports, 7(10), e14098. doi:10.14814/phy2.14098 — Übersichtsarbeit. Als eine Seite des Streits um den Bezugspunkt geführt.
  14. Dotan, R. (2022). A critical review of critical power. European Journal of Applied Physiology, 122(7), 1559–1588. doi:10.1007/s00421-022-04922-6 — Übersichtsarbeit. Die Gegenposition zur vorigen Quelle; der Streit ist nicht aufgelöst.
  15. Johnston, R., Cahalan, R., O'Keeffe, M., O'Sullivan, K., & Comyns, T. (2018). The associations between training load and baseline characteristics on musculoskeletal injury and pain in endurance sport populations. Journal of Science and Medicine in Sport, 21(9), 910–918. doi:10.1016/j.jsams.2018.03.001 — Systematische Übersicht, 12 Studien, Ausdauersport. Quelle dafür, dass keine dieser Studien innere Belastungen berichtete.
  16. Morton, R. H., Fitz-Clarke, J. R., & Banister, E. W. (1990). Modeling human performance in running. Journal of Applied Physiology, 69(3), 1171–1177. doi:10.1152/jappl.1990.69.3.1171 — Originalarbeit. Hier nur als Beleg dafür herangezogen, dass intensitätsabhängige Belastungsmodelle eine peer-reviewte Grundlage haben. Einschränkung: Modellebene, nicht diese Kennzahl.
  17. Chen, M. J., Fan, X., & Moe, S. T. (2002). Criterion-related validity of the Borg RPE scale: a meta-analysis. Journal of Sports Sciences, 20(11), 873–899. doi:10.1080/026404102320761787 — Meta-Analyse. Hier nur zur Einordnung empfindungsbasierter Verfahren.
  18. Bok, D., Rakovac, M., & Foster, C. (2022). An Examination and Critique of Subjective Methods to Determine Exercise Intensity. Sports Medicine, 52(9), 2085–2109. doi:10.1007/s40279-022-01690-3 — Übersichtsarbeit. Desgleichen.

Stand der fachlichen Durchsicht: 03.09.2026. Recherchiert über PubMed und Consensus, jede Quelle am Originalwerk verifiziert. Es wurde keine Coaching-, Marketing- oder Softwarequelle als Evidenz verwendet.

Ausdrücklich nicht gefunden: eine peer-reviewte Originalarbeit, die diese Kennzahl, Normalized Power oder den Intensity Factor einführt oder herleitet; eine Prüfung des Exponenten 2 gegen andere Werte; eine Begründung für das 30-Sekunden-Fenster und die vierte Potenz; eine Validierung der pulsbasierten Variante gegen die leistungsbasierte oder gegen ein Ergebnis; eine Prüfung der Ankernormierung für die Herzfrequenz; eine Validierung lauf- oder schwimmspezifischer Varianten; eine Arbeit zum Zusammenhang mit Erholungsdauer, Übertraining oder Verletzungen; geschlechtsgetrennte Auswertungen in den tragenden Arbeiten. Gesucht wurde in Fachdatenbanken — nicht in Büchern, Handbüchern, Firmenunterlagen oder Konferenzbänden, und dort ist die Definition zu vermuten. Der Artikel behauptet in keinem dieser Punkte eine Nichtexistenz — er sagt, was wir nicht gefunden haben.