Sumenia Academy · Daten

CTL verstehen.

Die langsame Kurve heisst in vielen Anwendungen «Fitness». Was sie wirklich rechnet, ist etwas anderes — und das ist keine Kleinigkeit.

23 Minuten Danach weisst du, wie CTL gerechnet wird, warum «Durchschnitt der letzten sechs Wochen» falsch ist, woher das Wort «Fitness» stammt, in welchen vier Fällen die Kurve täuscht — und was sie trotzdem zuverlässig leistet.

Die Kurve geht nach oben, und es fühlt sich gut an.

Sie heisst in vielen Trainingsanwendungen «Fitness». Sie steigt, wenn du viel trainierst, und sie sinkt, wenn du pausierst. Wer sie täglich ansieht, liest sie irgendwann als Auskunft über sich selbst: Ich werde besser.

Genau an dieser Stelle lohnt sich eine Frage, die selten gestellt wird: Was genau rechnet diese Kurve eigentlich? Die Antwort ist weniger geheimnisvoll, als der Name vermuten lässt — und sie verändert, was der Anstieg bedeutet.

CTL zeigt nicht, wie fit du bist. Es zeigt, welche Trainingsbelastung zuletzt typisch für dich war.

Das ist keine Abwertung. Es ist eine Präzisierung — und sie macht die Kurve brauchbarer, nicht schlechter.

1 · Neun Wörter, die nicht dasselbe heissen

Der ganze Artikel hängt an einer Unterscheidung, die im Alltag verschwimmt: zwischen dem, was du getan hast, und dem, was dein Körper daraus gemacht hat.

BegriffWas es ist — und ob man es sehen kann
Trainingsbelastung Was an Arbeit geleistet wurde: Dauer, Watt, Distanz. Direkt beobachtbar.
Modellierte Trainingsbelastung Eine daraus gerechnete Zahl. Kein Messwert, sondern ein Rechenergebnis.
Fitness (Alltagswort) Körperliche Leistungsfähigkeit im weiten Sinn. Nur indirekt fassbar, über Tests.
«Fitness» (Modellgrösse) Eine von zwei exponentiell abklingenden Antwortfunktionen in einem Rechenmodell. Nicht beobachtbar — eine Modellgrösse.
Leistungsfähigkeit Was jemand im Test oder Wettkampf leisten kann. Messbar.
Physiologische Anpassung Veränderung an Mitochondrien, Blutvolumen, Herz, Enzymen. Messbar, aber aufwendig.
Ermüdung Die vorübergehende Minderung der Leistungsfähigkeit. Nur teilweise fassbar.
Form oder Frische Die Differenz zweier Modellgrössen. Ein doppeltes Rechenergebnis.
Trainingszustand Der tatsächliche Gesamtzustand eines Menschen. Nicht als eine Zahl darstellbar.

Diese Tabelle ist eine Arbeitsdefinition. Die Fachliteratur benutzt die Begriffe selbst uneinheitlich. Entscheidend ist nur die Trennung zwischen der vierten und der dritten Zeile: «Fitness» im Modell und Fitness im Alltag sind zwei verschiedene Dinge mit demselben Namen.

CTL zeigt deine Ausdauer.

CTL misst deine Trainingsanpassung.

2 · Was CTL rechnet

CTL steht für Chronic Training Load — chronische Trainingsbelastung. Die Rechnung dahinter passt in eine Zeile:

Der Wert von heute ist der Wert von gestern, ein Stück in Richtung der heutigen Belastung verschoben. Wie gross dieses Stück ist, legt eine einzige Zahl fest — die Zeitkonstante. Für CTL ist sie üblicherweise 42, und daraus ergibt sich ein Schritt von rund 2,35 % des Abstands pro Tag.

Mehr steht nicht darin. Es gibt keinen Term für deinen Schlaf, keinen für deine Motivation, keinen für die Anpassung deiner Muskeln. Die Rechnung kennt genau eine Eingangsgrösse: die Belastungszahl des Tages.

Daraus folgen zwei Dinge unmittelbar. Erstens: CTL steigt genau dann, wenn die heutige Belastung über dem gestrigen Wert liegt — unabhängig davon, was dein Körper daraus macht. Zweitens: An einem Ruhetag sinkt der Wert um jene rund 2,3528 %, gleichmässig und ohne Ausnahme. Das ist keine physiologische Aussage über Formverlust. Das ist Arithmetik.

In Sumenia steht genau diese Rechnung in src/engine.mjs, mit den Zeitkonstanten 42 und 7 als Vorgabewerten der Funktion.

Zwei Arten, «die letzten Wochen» zu zählen. gleitendes Fenster alle gleich, dann nichts Zeitkonstante abnehmend, nie null hier endet das Fenster weiter zurück → Links steht gestern, nach rechts geht es in die Vergangenheit. Die Höhe ist das Gewicht, mit dem ein Tag in die Rechnung eingeht.

Zwei Arten, «die letzten Wochen» zu zählen. Oben ein Fenster, unten eine Zeitkonstante. Das Fenster behandelt alle Tage gleich und schneidet dann hart ab. Die Zeitkonstante gewichtet ab: gestern zählt am meisten, älteres immer weniger — aber nie gar nichts.

3 · «Der Durchschnitt der letzten sechs Wochen»? Nein.

Das ist die verbreitetste Erklärung von CTL — und sie ist nicht bloss vereinfacht, sondern mathematisch falsch.

Der Unterschied klingt technisch, entscheidet aber, was die Kurve aussagt:

Gleitendes 42-Tage-FensterZeitkonstante von 42
Was zählt mit Genau die letzten 42 Tage, alle gleich stark Alle Tage seit Beginn, mit abnehmendem Gewicht
Ein Tag, 42 Tage her Zählt voll Zählt noch mit 36,7879 %
Ein Tag, 84 Tage her Zählt gar nicht mehr Zählt noch mit 13,5335 %
Ein Tag, 126 Tage her Zählt nicht Zählt noch mit 4,9787 %
Verhalten Springt, wenn ein grosser Tag herausfällt Glatt, ohne Sprünge

Diese Prozentwerte sind keine Studienergebnisse, sondern reine Mathematik — nachgerechnet für genau jene Rechenform, die Sumenia verwendet. Sie gelten exakt, nicht ungefähr. Nach 42 Tagen ist der Einfluss eines einzelnen Trainingstages also auf gut ein Drittel abgeklungen — nicht auf null.

CTL ist der Durchschnitt der letzten sechs Wochen.

Nach 42 Tagen ist eine Belastung aus der Rechnung verschwunden.

Warum das praktisch zählt: Ein Fenster springt. Fällt ein sehr harter Tag hinten heraus, fällt die Kurve, obwohl heute nichts passiert ist. Eine Zeitkonstante springt nie — sie vergisst langsam. Wer die Kurve als Fenster liest, sucht deshalb Erklärungen für Sprünge, die es gar nicht gibt.

Ein einziger Trainingstag, über Monate verfolgt. volles Gewicht nichts mehr 36,8 % nach 42 Tagen 13,5 % nach 84 Tagen 5,0 % nach 126 Tagen und weiter Die Kurve nähert sich der Nulllinie — sie erreicht sie nicht. Die drei Werte sind nachgerechnet, nicht gemessen.

Ein einziger Trainingstag, über Monate verfolgt. Sein Gewicht wird kleiner und kleiner — aber es wird nie null. Die drei markierten Stellen sind nachgerechnet, nicht gemessen.

4 · Warum die Kurve am Anfang zu niedrig ist

Wer heute mit der Aufzeichnung beginnt, startet bei null. Nicht weil er untrainiert wäre, sondern weil die Rechnung irgendwo anfangen muss.

Bei gleichbleibender Tagesbelastung nähert sich die Kurve ihrem wahren Niveau so an:

NachDas sindErreichter Anteil des tatsächlichen Niveaus
42 Tagen6 Wochen63,2121 %
84 Tagen12 Wochen86,4665 %
126 Tagen18 Wochen95,0213 %
168 Tagen24 Wochen98,1684 %

Wer heute anfängt aufzuzeichnen, sieht rund vier Monate lang eine Zahl, die systematisch zu niedrig ist.

Auch das ist reine Mathematik, keine Studienaussage. Und es hat eine praktische Folge, die viele Einsteiger verunsichert: Der Anstieg in den ersten Monaten zeigt nicht in erster Linie, dass man fitter wird — er zeigt, dass die Rechnung aufholt.

Sumenia startet die Rechnung ebenfalls bei null (src/engine.mjs). Das ist die verbreitete Umsetzung und für sich genommen nicht falsch — aber es ist eine Implementierungsentscheidung, keine Eigenschaft deines Körpers.

5 · Woher das Wort «Fitness» kommt

Jetzt der entscheidende Teil. Denn das Wort ist nicht erfunden — es steht tatsächlich in der wissenschaftlichen Originalarbeit. Nur bedeutet es dort etwas anderes.

Das zugrunde liegende Modell stammt aus dem Jahr 1990. Es beschreibt, dass ein quantifizierter Trainingsimpuls zwei Antworten erzeugt, die beide ohne Training exponentiell abklingen. Die Arbeit nennt die eine fitness, die andere fatigue.

Drei Dinge stehen in diesem einen Satz, und alle drei sind wichtig. Erstens: «Fitness» ist dort ein Modellwort — der Name einer Antwortfunktion, nicht eines gemessenen Körperzustands. Die Arbeit selbst ist unter «Modelle, biologisch» und «Terminologie» verschlagwortet. Zweitens: Das Modell hat zwei Komponenten, und die Leistung entsteht als Differenz — eine Kurve, die nur die langsame Komponente zeigt, zeigt die halbe Modellaussage. Drittens: Das Modell sieht individuelle Parameter vor, ausdrücklich für jede einzelne Person geschätzt.

Wer CTL «Fitness» nennt, benutzt also das Wort der Originalarbeit. Sachlich falsch ist das nicht. Irreführend ist es trotzdem — weil «Fitness» im Alltag Leistungsfähigkeit meint, und genau die misst diese Kurve nicht.

CTL ist deine Fitness.

Deine Fitness beträgt heute so und so viel.

6 · Was unter der Kurve liegt — die Kette

Bis hierher ging es um die obere Rechenschicht. Darunter liegt eine zweite, und die ist der eigentliche Grund für die Vorsicht.

Denn die Belastungszahl des Tages, die einzige Eingangsgrösse, ist selbst schon gerechnet. Aus Dauer, Intensität und einem persönlichen Bezugswert wird eine Punktzahl gebildet. Erst diese Punktzahl geht in CTL ein.

Fünf Ebenen — und nur die letzte bist du. Training beobachtet Belastungszahl gerechnet CTL gerechnet «Fitness» benannt dein Körper der Mensch Deutung Der erste Schritt ist beobachtet. Die beiden mittleren sind Rechnung. Der vierte ist ein Name. Der letzte Pfeil ist gestrichelt: Er ist eine Deutung, keine nachgewiesene Verbindung. Kein Schritt ist falsch — jeder entfernt die Zahl weiter von dem, was gemessen wurde.

Fünf Ebenen zwischen dem Training und der Aussage über dich. Die ersten vier sind Rechnung, die fünfte ist der Mensch. Der letzte Schritt ist gestrichelt: Er ist eine Deutung, keine nachgewiesene Verbindung.

Eine einflussreiche Fachposition von 2022 fasst den Einwand gegen die untere Schicht schonungslos zusammen: Die Trainingsbelastung sei nie als Mass einer Trainingsdosis validiert worden, und die Belastungsdauer verzerre ihre Berechnung. Die insgesamt geleistete Arbeit, so dieselbe Arbeit, sei kein geeigneter Weg, um Trainingsmassnahmen zu vergleichen, die sich in Dauer und Intensität unterscheiden.

Das trifft CTL an der Wurzel: Ein Mittelwert kann nicht gültiger sein als die Grösse, über die gemittelt wird.

Und hier gehört die Gegenstimme dazu. Diese Position ist eine Fachposition, kein systematischer Überblick — und sie wurde in derselben Zeitschrift durch einen publizierten Kommentar bestritten. Dessen Inhalt liess sich für diesen Artikel nicht prüfen, weil dazu keine Zusammenfassung verfügbar war. Wir führen ihn deshalb als Beleg dafür, dass Widerspruch existiert — nicht als inhaltliche Gegenposition.

Und noch eine Ehrlichkeit gehört an diese Stelle. Für CTL selbst — als geglättete Grösse mit der Zeitkonstante 42 — liess sich in der geprüften Fachliteratur keine Originalarbeit finden, die sie einführt, definiert oder prüft. Die Begriffe stammen aus der Trainingssoftware- und Coachingpraxis.

Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für CTL.

Das wäre der falsche Schluss, und er ist ausdrücklich nicht gemeint. Nicht gefunden heisst nicht nicht vorhanden — gesucht wurde in Fachdatenbanken, nicht in Büchern, Handbüchern oder Firmenunterlagen, und genau dort ist die Herkunft zu vermuten. Die zulässige Aussage lautet schlicht: CTL ist die Umsetzung eines geprüften Modells, nicht selbst ein geprüftes Ergebnis.

7 · Vier Fälle, in denen die Kurve etwas anderes sagt, als sie scheint

Wenn CTL rechnet, was getan wurde, und nicht, was daraus wurde — dann muss es Fälle geben, in denen beides auseinanderläuft. Es gibt sie, und sie sind nicht exotisch.

Fall 1 · Die Kurve sinkt, die Leistung steigt

Vor einem Wettkampf wird das Trainingsvolumen bewusst reduziert. CTL sinkt dabei zwangsläufig. Die Leistung tut das Gegenteil: Eine Meta-Analyse über 27 Studien mit Wettkampfsportlern berichtet für eine Volumenreduktion um 41 bis 60 Prozent über zwei Wochen einen Gesamteffekt von 0,72 ± 0,36.

Diese Zahlen sind ein Studienbericht, keine Anweisung. Sie stammen aus dem Jahr 2007, betreffen ausschliesslich Wettkampfsportler und beschreiben einen über Studien gemittelten Bereich. Der Punkt hier ist ein anderer: Eine sinkende «Fitness»-Kurve kann mit steigender Leistungsfähigkeit einhergehen. Was Tapering im Einzelnen ist, gehört in einen eigenen Artikel.

Fall 2 · Du wirst stärker, und der Wert fällt

Belastungspunkte werden auf einen persönlichen Bezugswert normiert — deine Schwellenleistung oder deinen Schwellenpuls. Wird dieser Bezugswert nach einer Verbesserung neu gesetzt wird, bekommt dieselbe absolute Leistung weniger Punkte. Der Mittelwert darüber sinkt entsprechend.

Das ist eine mathematische Folge der Normierung, kein Studienbefund — und als solche wird sie hier gekennzeichnet. Sie gilt für jede ankernormierte Belastungszahl. Ob und wann eine bestimmte Anwendung den Bezugswert aktualisiert, ist eine Frage der Umsetzung, nicht der Physiologie.

Fall 3 · Gleiche Punktzahl, völlig andere Einheit

Eine lange ruhige Ausfahrt und eine kurze harte Einheit können dieselbe Punktzahl ergeben — bei ganz anderer Wirkung. Genau darauf zielt der Einwand aus Abschnitt 6: Die insgesamt geleistete Arbeit taugt nicht zum Vergleich von Massnahmen, die sich in Dauer und Intensität unterscheiden. Krafttraining lässt sich ohnehin nur näherungsweise in dieselbe Skala überführen, und koordinative oder mentale Beanspruchung fliesst gar nicht ein.

Fall 4 · Zwei Menschen, derselbe Wert

Dieselbe äussere Belastung führt bei verschiedenen Menschen zu verschiedener innerer Beanspruchung — das ist eine gut vertretene Fachposition. Dazu kommt: Die Skala hängt am persönlichen Bezugswert, an der Sportart und an der Länge der Aufzeichnung.

Und selbst dieselbe Person reagiert nicht verlässlich gleich. In einer Auswertung von 59 Eliteausdauersportlern reagierten von den 15 Athleten mit mindestens zwei Höhentrainingslagern 60 % auf denselben Reiz einmal positiv und einmal negativ — Zielgrösse war die Hämoglobinmasse. Diese Zahl beschreibt genau das und nichts anderes; sie ist kein allgemeiner Prozentsatz dafür, wie Menschen auf Training reagieren.

Periodisierung verstehen →

Steigt CTL, wirst du stärker.

Sinkt CTL, verlierst du Fitness.

Gleicher CTL heisst gleiche Belastungsgewöhnung.

Zwei Verläufe, dasselbe Ende. derselbe Wert nach einer Pause aus einer Reduktion Zeit → Schematisch, ohne Achsenwerte — der Wert selbst ist nicht der Punkt. Dieselbe Höhe am Ende sagt nicht, dass dieselbe Lage dahintersteht.

Zwei Verläufe, dasselbe Ende. Der eine steigt nach einer Pause, der andere fällt aus einer Reduktion. Am rechten Rand steht bei beiden dieselbe Höhe — und sie bedeutet nicht dasselbe. Schematisch, ohne Achsenwerte.

8 · Dieselben Läufe, vier Rechenwege

Die anschaulichste Stelle des Themas kommt ohne Theoriestreit aus.

Eine Untersuchung wertete die Trainingsdaten von 430 Freizeitläufern mit 22 839 Einheiten aus und liess dieselben Daten durch vier verschiedene Berechnungsverfahren für die Laständerung laufen. Der Anteil der Einheiten, die als «bedeutsamer Anstieg» eingestuft wurden, lag je nach Verfahren bei 33,4 %, 16,2 %, 25,8 % und 18,9 %.

Dieselben Läufe. Bis zu doppelt so viele Warnungen — je nachdem, wie gerechnet wird.

Wichtig, was diese Arbeit nicht ist: Sie vergleicht Berechnungsverfahren. Sie untersucht keine Verletzungen und trifft keine Risikoaussage. Ihre eigene Schlussfolgerung lautet, dass weitere Forschung nötig sei, um überhaupt ein geeignetes Mass für Laständerungen zu bestimmen.

Für CTL folgt daraus nichts Dramatisches, aber etwas Wichtiges: Die Zahl hängt vom Verfahren ab. Wer Werte aus zwei Anwendungen vergleicht, vergleicht auch zwei Rechenwege.

9 · Was die 42 eigentlich ist

Die Zeitkonstante 42 wirkt wie eine Naturkonstante. Sie steht in nahezu jeder Anwendung, sie wird nirgends begründet, und sie gilt für alle gleich.

Für diese Zahl liess sich in der geprüften Fachliteratur keine empirische Ableitung finden. Sie ist eine Konvention — verbreitet, praktisch, aber nicht physiologisch hergeleitet. Dasselbe gilt für die 7 der schnellen Kurve.

Und es gibt eine Fachposition, die weiter geht. Eine Arbeit von 2022 hält fest, dass die Parameterwerte solcher Modelle von den Startwerten, vom Rechenverfahren und vom Eingangssignal abhängen — und dass auf allgemeine Konstanten verzichtet werden sollte, weil sie Unterschiede zwischen Personen und zwischen Belastungsmethoden nicht abbilden.

Das Ursprungsmodell verlangt individuelle Parameter. Die verbreitete Umsetzung gibt allen dieselben.

Das ist kein Fehler der Software. Individuelle Zeitkonstanten zu schätzen verlangt regelmässige Leistungstests über Monate, die kaum jemand liefert. Aber es ist eine Abweichung vom Modell, und sie gehört benannt.

Die 42 Tage sind physiologisch begründet.

10 · Was CTL trotzdem zuverlässig kann

Nach neun Abschnitten voller Einschränkungen die Gegenfrage: Wozu dann überhaupt?

CTL beschreibt zuverlässig, wie viel Training zusammengekommen ist — und macht Verläufe sichtbar, die man sonst nicht sieht.

Das ist mehr, als es klingt. Denn genau dafür ist die Rechnung gebaut, und darin ist sie gut:

CTL leistet …… weil
Ein Gedächtnis Eine einzelne Woche sagt wenig. Die Kurve trägt die Monate davor weiter — genau das können Kalenderwochen nicht.
Ruhe im Verlauf Ein einzelner harter Tag verändert sie kaum. Die Kurve zeigt Richtung statt Tagesrauschen.
Sichtbare Veränderung Ob dein Trainingsumfang über Monate zu-, ab- oder gleich bleibt, steht klar in der Kurve.
Einen Vergleich mit dir selbst Innerhalb derselben Skala, derselben Sportart und desselben Bezugswerts ist der eigene Verlauf aussagekräftig.
Eine ehrliche Rückschau Was du getan hast, steht darin — und das ist eine Tatsache, keine Deutung.

Die Regel dahinter ist einfach: Lies deinen Verlauf, nicht deinen Wert. Der Verlauf gehört dir. Der einzelne Wert lässt sich mit niemandem vergleichen — nicht mit anderen Menschen, nicht mit anderen Anwendungen, nicht einmal mit deinem eigenen Wert aus einer Zeit, in der ein anderer Bezugswert galt.

Ein CTL von so und so viel ist gut.

Profis haben einen CTL von so und so viel.

11 · Was offen bleibt

Ein ehrlicher Artikel nennt auch, was er nicht beantworten kann. Diese Fragen sind offen — nicht mit Plausibilität gefüllt:

CTL erkennt Übertraining.

Eine bestimmte Steigerungsrate ist sicher.

CTL schützt vor Verletzungen.

Zum letzten Punkt gehört ein zusätzlicher Befund: Für das verwandte Verhältnis von akuter zu chronischer Belastung wird die Eignung zur Verletzungsvorbeugung ausdrücklich bestritten, und ein systematischer Überblick über zwölf Studien im Ausdauersport hält fest, dass keine dieser Studien überhaupt interne Belastungen oder dieses Verhältnis berichtete. Das ist ein eigenes Thema — hier zählt nur: Ein Schutzversprechen gibt die Kurve nicht her.

12 · DATA → CONTEXT → UNDERSTANDING

01 · Data

Was dasteht

Die Kurve steigt

Eine Linie, die nach oben zeigt.

02 · Context

Was danebensteht

wie lange zeichnest du schon auf — holt die Rechnung noch auf? hat sich dein Bezugswert seither verändert? ist der Anstieg Umfang, Intensität oder eine andere Sportart? und: verglichen womit — mit dir vor drei Monaten, oder mit einer Zahl von aussen?

Erst die letzte Frage entscheidet, ob die Zahl überhaupt etwas bedeutet.

03 · Understanding

Was jetzt gesagt werden kann

Deine typische Trainingsbelastung ist gestiegen. Das ist eine belastbare Aussage über deine Daten. Was dein Körper daraus gemacht hat, steht nicht in dieser Kurve — dafür braucht es eine Messung, die etwas anderes misst.

13 · Was dieser Artikel ausdrücklich nicht ist

Er erklärt Sportwissenschaft. Er gibt keine medizinischen Empfehlungen, keine Diagnose und keine persönliche Trainingsanweisung.

Er nennt keine Zielwerte, keine sicheren Steigerungsraten und keine Zahl, an der du dich ausrichten solltest — für all das fehlt die wissenschaftliche Grundlage. Wer Vorerkrankungen hat, längere Zeit nicht trainiert hat oder bei Belastung Beschwerden bemerkt — Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Herzstolpern —, klärt das vorher ärztlich ab.

Das gilt besonders, wenn solche Beschwerden neu sind oder sich verstärken.

14 · Was CTL nicht bedeutet

Stimmt so nicht «CTL zeigt deine aktuelle Fitness.»

«Fitness» ist im Ursprungsmodell der Name einer Rechengrösse, nicht eines gemessenen Körperzustands. In die Rechnung fliesst kein einziger Messwert über deine Leistungsfähigkeit ein.

Nicht gestützt «CTL zeigt deine Ausdauer.»

Ausdauer ist eine Leistungseigenschaft. CTL enthält keinen Leistungsmesswert — der Schluss ist nicht bloss unbelegt, er ist begrifflich unmöglich.

Nicht gestützt «CTL misst deine Trainingsanpassung.»

Es fliesst kein Anpassungsmesswert ein — weder Mitochondrien noch Blutvolumen noch Schwellenleistung. Die Rechnung kennt nur, was du getan hast.

Widerlegt «CTL ist der Durchschnitt der letzten sechs Wochen.»

Eine Zeitkonstante ist kein Fenster. Nach 42 Tagen ist der Einfluss eines Tages auf gut ein Drittel abgeklungen, nicht auf null. Das ist Mathematik, keine Auslegungsfrage.

Nicht gestützt «Steigender CTL bedeutet Leistungssteigerung.»

CTL steigt, sobald die Tagesbelastung über dem aktuellen Wert liegt — unabhängig von der Wirkung. Umgekehrt senkt eine bewusste Volumenreduktion vor dem Wettkampf die Kurve und verbessert die Leistung.

Nicht gestützt «Ein CTL von X ist gut.»

Referenzwerte wurden keine gefunden. Der Wert hängt vom Bezugswert, von der Sportart, von der Skala und von der Aufzeichnungsdauer ab — er ist zwischen Personen nicht vergleichbar.

Nicht ausreichend untersucht «Profis haben einen CTL von X.»

Eine peer-reviewte Erhebung von CTL-Werten nach Leistungsklasse wurde nicht gefunden. Kursierende Zahlen stammen aus Coaching- und Softwarequellen.

Nicht ausreichend untersucht «Eine Steigerung von X pro Woche ist sicher.»

Für Grenzwerte der CTL-Veränderung wurde keine wissenschaftliche Arbeit gefunden — weder für eine sichere noch für eine gefährliche Rate.

Nicht gestützt «CTL kann Verletzungen vorhersagen.»

Für das verwandte Belastungsverhältnis wird die Eignung ausdrücklich bestritten. Im Ausdauersport berichtete keine der zwölf Studien eines systematischen Überblicks überhaupt interne Belastungen.

Nicht gestützt «CTL kann Übertraining erkennen.»

Es wurde keine Studie gefunden, die CTL gegen eine Übertrainingsdiagnostik prüft. Übertraining ist ein klinisches Ausschlussverfahren.

Nicht gestützt «Gleicher CTL heisst gleiche Belastungsgewöhnung.»

Skala, Bezugswert und Sportart unterscheiden sich, und gleiche Punktzahl bedeutet nicht gleiche Beanspruchung.

Stimmt so nicht «Die 42 Tage haben einen physiologischen Grund.»

Eine empirische Ableitung wurde nicht gefunden. Es ist eine Konvention — und das Ursprungsmodell sieht ausdrücklich individuelle Werte vor.

15 · Was bleibt

Zwischen deinem Training und dem Wort «Fitness» liegen zwei Rechenschritte und eine Umbenennung. Aus dem, was du getan hast, wird eine Punktzahl. Aus den Punktzahlen wird ein geglätteter Mittelwert. Und dieser Mittelwert bekommt den Namen einer Eigenschaft, die er nicht misst.

Keiner der drei Schritte ist falsch. Aber jeder entfernt die Zahl ein Stück weiter von dem, was tatsächlich beobachtet wurde.

CTL zeigt nicht, wie fit du bist. Es zeigt, welche Trainingsbelastung zuletzt typisch für dich war.

Das ist eine nützliche Auskunft — und eine ehrliche. Sie sagt dir etwas über deine Daten, nicht über deinen Körper. Was dein Körper aus alldem gemacht hat, steht in anderen Zahlen. Und manchmal in gar keiner.

Trainingsbelastung verstehen →

Sumenia verstehen →

Weiterlesen

Quellen

  1. Morton, R. H., Fitz-Clarke, J. R., & Banister, E. W. (1990). Modeling human performance in running. Journal of Applied Physiology, 69(3), 1171–1177. doi:10.1152/jappl.1990.69.3.1171 — Originalarbeit. Quelle des Modells und des Wortes «Fitness» als Name einer Antwortfunktion; verlangt ausdrücklich individuell geschätzte Parameter. Einschränkung: Validiert wurde die Anpassung des Modells an beobachtete Daten — nicht seine Vorhersagekraft.
  2. Passfield, L., Murias, J. M., Sacchetti, M., & Nicolò, A. (2022). Validity of the Training-Load Concept. International Journal of Sports Physiology and Performance, 17(4), 507–514. doi:10.1123/ijspp.2021-0536 — Fachposition. Quelle des Einwands, dass die Trainingsbelastung nie als Mass einer Trainingsdosis validiert wurde und die Dauer ihre Berechnung verzerrt. Einschränkung: eine Fachposition, kein systematischer Überblick — und in derselben Zeitschrift durch einen Kommentar bestritten.
  3. McLaren, S. J., Shushan, T., Schneider, C., & Ward, P. (2022). Comment on «Validity of the Training-Load Concept». International Journal of Sports Physiology and Performance, 17(10), 1457. doi:10.1123/ijspp.2022-0147 — Kommentar. Einschränkung: Es war keine Zusammenfassung verfügbar; der Inhalt liess sich für diesen Artikel nicht prüfen. Er belegt hier ausschliesslich, dass ein Widerspruch existiert.
  4. Vermeire, K., Ghijs, M., Bourgois, J. G., & Boone, J. (2022). The Fitness-Fatigue Model: What's in the Numbers? International Journal of Sports Physiology and Performance, 17(5), 810–813. doi:10.1123/ijspp.2021-0494 — Fachkommentar. Quelle dafür, dass die Parameterwerte von Startwerten, Verfahren und Eingangssignal abhängen und auf allgemeine Konstanten verzichtet werden sollte.
  5. Busso, T., & Chalencon, S. (2023). Validity and Accuracy of Impulse-Response Models for Modeling and Predicting Training Effects on Performance of Swimmers. Medicine & Science in Sports & Exercise, 55(7), 1274–1285. doi:10.1249/MSS.0000000000003139 — Modellvergleich, 11 Schwimmer, 61 Wochen. Der mittlere absolute prozentuale Fehler lag bei 2,02 % ± 0,65 % bzw. 2,69 % ± 1,23 %; die Vorhersage künftiger Leistung war für die individuelle Planung jedoch nicht zufriedenstellend. Einschränkung: eine Sportart, kleine Stichprobe; betrifft Impulse-Response-Modelle, nicht CTL namentlich.
  6. Imbach, F., Perrey, S., Chailan, R., Meline, T., & Candau, R. (2022). Training load responses modelling and model generalisation in elite sports. Scientific Reports, 12(1), 1586. doi:10.1038/s41598-022-05392-8 — Modellvergleich, 7 Eliteathleten. Einschränkung: sehr kleine Stichprobe.
  7. Ellis, M., Penny, R., Wright, B., Noon, M., Myers, T., & Akubat, I. (2020). The dose–response relationship between training-load measures and aerobic fitness in elite academy soccer players. Science and Medicine in Football, 5(2), 128–136. doi:10.1080/24733938.2020.1817536 — Beobachtungsstudie, männlicher Elitenachwuchs im Fussball, 6 Wochen. Das individualisierte Belastungsmass zeigte starke Zusammenhänge (r = 0,93 und r = 0,88). Einschränkung: Die erklärte Varianz aller anderen internen Masse lag zwischen 10 und 69 %, die der externen zwischen 11 und 38 %. Eine Sportart, ein Geschlecht, und es geht um die Belastungssumme, nicht um CTL.
  8. Cloosterman, K. L. A., de Vos, R. J., van Oeveren, B., Visser, E., Bierma-Zeinstra, S. M. A., & van Middelkoop, M. (2024). Comparison of Weekly Training Load and Acute:Chronic Workload Ratio Methods. Journal of Athletic Training, 59(10), 1028–1034. doi:10.4085/1062-6050-0430.23 — Methodenvergleich, 430 Freizeitläufer, 22 839 Einheiten. Quelle der vier Anteile in Abschnitt 8. Einschränkung: Die Arbeit hat kein Verletzungs-Ergebnis und trifft keine Risikoaussage; sie vergleicht ausschliesslich Berechnungsverfahren.
  9. Impellizzeri, F. M., Tenan, M. S., Kempton, T., Novak, A., & Coutts, A. J. (2020). Acute:Chronic Workload Ratio: Conceptual Issues and Fundamental Pitfalls. International Journal of Sports Physiology and Performance, 15(6), 907–913. doi:10.1123/ijspp.2019-0864 — Konzeptionelle Analyse. Herangezogen ausschliesslich für die Zurückweisung des Schutzversprechens. Einschränkung: betrifft das Belastungsverhältnis, nicht CTL unmittelbar.
  10. Gabbett, T. J. (2016). The training–injury prevention paradox. British Journal of Sports Medicine, 50(5), 273–280. doi:10.1136/bjsports-2015-095788 — Narrative Übersicht, Mannschaftssport. Als Gegenposition zur vorigen Quelle geführt; der Streit ist nicht aufgelöst.
  11. Johnston, R., Cahalan, R., O'Keeffe, M., O'Sullivan, K., & Comyns, T. (2018). The associations between training load and baseline characteristics on musculoskeletal injury and pain in endurance sport populations. Journal of Science and Medicine in Sport, 21(9), 910–918. doi:10.1016/j.jsams.2018.03.001 — Systematische Übersicht, 12 Studien, Ausdauersport. Quelle dafür, dass keine dieser Studien interne Belastungen berichtete.
  12. Bosquet, L., Montpetit, J., Arvisais, D., & Mujika, I. (2007). Effects of tapering on performance: a meta-analysis. Medicine & Science in Sports & Exercise, 39(8), 1358–1365. doi:10.1249/mss.0b013e31806010e0 — Meta-Analyse, 27 Studien, Wettkampfsportler. Hier ausschliesslich als Gegenbeleg zu «sinkender CTL heisst Formverlust». Einschränkung: Stand 2007; nicht auf Freizeitsportler übertragbar; die Werte sind ein über Studien gemittelter Bereich, keine individuelle Vorgabe.
  13. Nummela, A., Eronen, T., Koponen, A., Tikkanen, H., & Peltonen, J. E. (2021). Variability in hemoglobin mass response to altitude training camps. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 31(1), 44–51. doi:10.1111/sms.13804 — Beobachtungsstudie, 59 Eliteausdauersportler. Einschränkung: Der Anteil beschreibt 15 Athleten mit mindestens zwei Höhentrainingslagern und die Zielgrösse Hämoglobinmasse — er ist kein allgemeiner Prozentsatz für die Trainingsreaktion.
  14. Impellizzeri, F. M., Shrier, I., McLaren, S. J., et al. (2023). Understanding Training Load as Exposure and Dose. Sports Medicine, 53(9), 1667–1679. doi:10.1007/s40279-023-01833-0 — Fachposition. Quelle dafür, dass dieselbe äussere Belastung zu verschiedener innerer Belastung führen kann.
  15. Fox, J. L., Stanton, R., Sargent, C., Wintour, S. A., & Scanlan, A. T. (2018). The Association Between Training Load and Performance in Team Sports: A Systematic Review. Sports Medicine, 48(12), 2743–2774. doi:10.1007/s40279-018-0982-5 — Systematische Übersicht, 26 Arbeiten. Der stärkste gefundene Gegenbeleg: Das individualisierte Belastungsmodell hing stark mit der aeroben Leistung zusammen. Einschränkung: Dieselbe Arbeit fand keine beständigen Zusammenhänge für äussere Belastungsmasse — und der starke Befund stützt individualisierte Konstanten, nicht die verbreitete Umsetzung mit einer Konstante für alle.
  16. Passfield, L., Hopker, J. G., Jobson, S., Friel, D., & Zabala, M. (2017). Knowledge is power: Issues of measuring training and performance in cycling. Journal of Sports Sciences, 35(14), 1426–1434. doi:10.1080/02640414.2016.1215504 — Übersichtsarbeit. Hält fest, dass wegen der Unzulänglichkeit der aktuellen Verfahren neue Methoden nötig sind.
  17. Lolli, L., Batterham, A. M., Hawkins, R., et al. (2019). Mathematical coupling causes spurious correlation within the conventional acute-to-chronic workload ratio calculations. British Journal of Sports Medicine, 53(15), 921–922. doi:10.1136/bjsports-2017-098110 — Editorial. Einschränkung: betrifft das Belastungsverhältnis, nicht CTL; hier nur als offener Streitpunkt genannt.
  18. Coyne, J. O. C., Nimphius, S., Newton, R. U., & Haff, G. G. (2019). Does Mathematical Coupling Matter to the Acute to Chronic Workload Ratio? International Journal of Sports Physiology and Performance, 14(10), 1447–1454. doi:10.1123/ijspp.2018-0874 — Fallstudie. Gegenposition zur vorigen Quelle; desgleichen nicht CTL.
  19. Morin, S., Ahmaïdi, S., & Leprêtre, P. M. (2016). Relevance of Damped Harmonic Oscillation for Modeling the Training Effects on Daily Physical Performance Capacity. International Journal of Sports Physiology and Performance, 11(7), 965–972. doi:10.1123/ijspp.2015-0203 — Originalstudie, 6 Volleyballerinnen. Ein alternatives Modell passte besser. Einschränkung: sehr kleine Stichprobe; nur als Hinweis darauf, dass die Modellwahl offen ist.

Stand der fachlichen Durchsicht: 03.09.2026. Recherchiert über PubMed und Consensus. Alle Angaben am Originalwerk geprüft; es wurde keine Coaching- oder Softwarequelle als Evidenz verwendet.

Ausdrücklich nicht gefunden: eine Originalarbeit, die CTL einführt, definiert oder prüft; eine empirische Ableitung der Zeitkonstante 42; eine Studie, die CTL selbst gegen ein reales Ergebnis prüft; Referenzwerte nach Leistungsklasse; Grenzwerte für die Veränderungsrate; belastbare Evidenz dazu, wie die Zeitkonstante von Trainingsstand, Alter, Geschlecht oder Sportart abhängt; geschlechtsgetrennte Ergebnisse in den tragenden Modellierungsarbeiten. Gesucht wurde in Fachdatenbanken — nicht in Büchern, Coaching-Handbüchern, Firmenunterlagen oder Konferenzbänden, und genau dort ist die Herkunft mehrerer dieser Konventionen zu vermuten. Der Artikel behauptet in keinem dieser Punkte eine Nichtexistenz — er sagt, was wir nicht gefunden haben.