Wie viel Belastung dein Training wirklich erzeugt — und warum mehr
nicht automatisch besser ist.
15 Minuten
Danach weisst du, warum dieselbe Einheit zwei Athleten verschieden belastet — und
warum «Load 142» ohne Zusammenhang nichts bedeutet.
Trainingsbelastung ist der Versuch, eine Einheit oder eine Woche in
eine Zahl zu fassen: Wie gross war der Reiz? Die meisten Modelle
rechnen dafür Dauer und Intensität zusammen.
Das funktioniert erstaunlich gut — und stösst an eine Grenze, die man kennen muss:
Trainingsbelastung beschreibt dein Training.
Nicht automatisch die Reaktion deines Körpers darauf.
Diese Unterscheidung ist der Kern dieses Artikels. Alles Weitere folgt aus ihr.
1 · Warum Dauer allein nicht reicht
Fangen wir einfach an.
30 Minutenlocker Rad fahren
gegen
30 Minutensehr intensiv
Gleiche Dauer. Niemand würde behaupten, das sei dieselbe Einheit. Also ist es die
Intensität? Auch nicht allein:
90 Minutenlocker
gegen
45 Minutenintensiv
Jetzt wird es interessant — und die Antwort ist nicht offensichtlich. Genau für diese
Frage wurden Belastungsmodelle erfunden: Sie rechnen Dauer und
Intensität in eine gemeinsame Zahl um, damit zwei so verschiedene Einheiten
überhaupt vergleichbar werden.
Und genau da beginnt die Vereinfachung. Jedes Modell entscheidet, wie
stark Intensität gegenüber Dauer zählt. Diese Entscheidung ist eine Annahme, keine
Naturkonstante — und verschiedene Modelle entscheiden sie verschieden.
2 · Externe und interne Belastung
Das ist der wichtigste Begriff des Artikels, und er ist einfacher, als er klingt.
BelastungWas es beschreibtBeispiele
Externe BelastungWas du getan hastWatt, Tempo, Distanz, Höhenmeter, Dauer, Antritte
Interne BelastungWas es mit dir gemacht hatHerzfrequenz, empfundene Anstrengung, körperliche Reaktion
Die externe Belastung steht in der Datei. Die interne steht in dir.
In einer Arbeit, die diese Begriffe aus der Arbeitsmedizin und Epidemiologie herleitet,
steht der entscheidende Satz so:
A given external load can correspond to different internal loads between
and within individuals at different times.
Sinngemäss: Dieselbe äussere Belastung kann bei verschiedenen Menschen —
und beim selben Menschen zu verschiedenen Zeiten — zu einer anderen inneren Belastung
führen.
Impellizzeri et al. 2023 · Sports Medicine · Quelle 1
Lies den Satz zweimal. Er enthält beide Aussagen, die dieser Abschnitt tragen soll:
Dasselbe Training kann zwei Athleten unterschiedlich belasten.
Und denselben Athleten an zwei Tagen.
Das ist keine Feinheit für Fachleute. Es ist der Grund, warum eine Zahl aus deinem
Trainingsprogramm nicht dasselbe ist wie eine Aussage über dich.
3 · Alex' Stunde auf dem Rad
Alex · FTP 267 W · 60 Minuten Rad ·
Ø 190 W
Auf den ersten Blick: eine Trainingseinheit. 190 Watt sind rund 71 Prozent seiner
Schwellenleistung — klingt nach einer soliden Grundlageneinheit.
Und dann kommen die Fragen, die die Zahl nicht beantwortet:
Wie war die Stunde verteilt? Sechzig Minuten gleichmässig bei
190 W sind etwas anderes als vierzig Minuten bei 150 W und zwanzig bei 270 W. Der
Durchschnitt ist in beiden Fällen fast gleich.
Was war gestern? Dieselbe Einheit nach einem Ruhetag oder nach
einem langen Samstag ist nicht dieselbe Einheit.
In welcher Phase steht er? Dritte Aufbauwoche oder Woche nach dem
Wettkampf.
Wie war die Herzfrequenz? Dieselben Watt bei fünf Schlägen mehr als
sonst sind ein anderes Signal.
Wie hat es sich angefühlt?
Und: Ist die 267 gemessen oder geschätzt? Falls geschätzt, hängt an
ihr alles, was daraus gerechnet wird.
Wie belastend war diese Stunde wirklich? Die ehrliche Antwort lautet:
Je nachdem, welches Modell du fragst, bekommst du eine andere Zahl — und keine davon ist
«die richtige». Sie beleuchten verschiedene Seiten derselben Stunde.
4 · Warum es so viele Belastungswerte gibt
Du siehst in verschiedenen Anwendungen Begriffe wie Training Load,
Effort, Strain, Belastung, TSS, TRIMP,
Acute Load, Chronic Load. Sie sehen austauschbar aus. Sie sind es
nicht.
Verschiedene Hersteller und Modelle unterscheiden sich in:
den Eingangsdaten — Leistung, Herzfrequenz, Tempo, empfundene
Anstrengung
der Rechnung — wie Intensität gegenüber Dauer gewichtet wird
dem Bezugspunkt — Schwellenleistung, maximale Herzfrequenz,
Ruhepuls, persönliche Bestwerte
dem Zeitraum — eine Einheit, ein Tag, sieben Tage, sechs Wochen
den Annahmen — was überhaupt als «Belastung» gelten soll
100 Load auf einer Plattform müssen nicht dasselbe bedeuten wie 100 auf
einer anderen.
Das ist kein Fehler der Hersteller. Es ist die zwangsläufige Folge davon, dass jede
dieser Zahlen ein Modell ist und kein Messwert.
5 · TSS — und warum eine Schätzung nach unten durchschlägt
TSS steht für Training Stress Score. Der Begriff und das
Verfahren stammen von TrainingPeaks (Peaksware) und sind dort geschützt; wir erklären
hier das Prinzip und stellen keine fremde Formel als unsere hin.
Das Prinzip in Worten: Der Wert setzt die Intensität einer Einheit ins
Verhältnis zur eigenen Schwellenleistung und multipliziert sie mit der Dauer. Der
Bezugspunkt ist so gewählt, dass eine Stunde genau an der Schwelle den
Wert 100 ergibt. Eine ruhige Stunde liegt darunter, eine harte darüber, eine lange
ruhige Ausfahrt kann dieselbe Zahl erreichen wie eine kurze harte.
Damit ist es ein sinnvolles Werkzeug — mit einer Eigenschaft, die man kennen muss:
Wenn dein Ausgangswert geschätzt ist, ist alles geschätzt, was darauf
aufbaut.
Steht deine Schwellenleistung 15 Watt zu hoch, erscheint jede Einheit leichter, als sie
war. Steht sie zu niedrig, erscheint jede Einheit härter. Und wie unsicher diese
Ausgangszahl ist, steht im vorigen Kapitel: Der verbreitete 20-Minuten-Test schwankt bei
blosser Wiederholung um rund 2,9 Prozent, und je nach Verfahren lagen die Grenzen im
Einzelfall bei −40 bis +32 Watt.
Der Fehler wandert also nicht nur mit — er wandert in jede Zahl, die
aus der Schwelle abgeleitet wird, und er wandert lautlos.
6 · TRIMP und die anderen Modelle
Neben leistungsbasierten Modellen gibt es herzfrequenzbasierte. Das
bekannteste läuft unter dem Namen TRIMP (training
impulse): Es rechnet Dauer mit der Herzfrequenz während der Einheit zusammen und
gewichtet höhere Bereiche stärker.
Und es gibt Modelle, die ganz ohne Gerät auskommen: Beim Verfahren der
Sitzungs-Anstrengung (session-RPE) wird die
empfundene Anstrengung nach dem Training auf einer Skala eingeschätzt und mit der Dauer
in Minuten multipliziert. Es klingt zu einfach, um zu funktionieren, und wird seit 2001
in der Sportwissenschaft verwendet.
Drei Modelle, drei Eingangsgrössen, drei Zahlen für dieselbe Einheit.
Trainingsbelastung ist keine Naturkonstante. Sie ist der Versuch,
etwas Vielschichtiges auf eine Zahl zu bringen.
Und dazu ein Satz, der aus derselben Arbeit stammt wie das Zitat oben und den man jedem
neuen Belastungswert entgegenhalten sollte:
Regardless of how sophisticated or "advanced" a training load measure (and
metric) appears, in a causal context, if it cannot be connected to a plausible
mediator of a relevant response (outcome), it is likely of little use in practice.
Sinngemäss: Wie ausgefeilt eine Belastungskennzahl auch wirkt — wenn sie
sich nicht mit einem plausiblen Wirkungsweg zu einem tatsächlichen Ergebnis verbinden
lässt, nützt sie in der Praxis wenig.
Impellizzeri et al. 2023 · Sports Medicine · Quelle 1
7 · Belastung ist nicht dasselbe wie Reaktion
Das ist der Schlüsselsatz des Artikels.
Alex und Sam fahren dieselbe Einheit. Gleiche Strecke, gleiche Dauer,
sehr ähnliche Leistung. Ihre externe Belastung ist praktisch identisch —
und jede Plattform wird ihnen eine sehr ähnliche Zahl anzeigen.
SignalAlexSam
Schlafwie üblichdeutlich kürzer als sonst
HRVim eigenen Bereichunterhalb des eigenen Bereichs
Herzfrequenz bei gleicher Leistungwie üblichhöher als sonst
Gefühlfrischerschöpft
Die Zahl ist bei beiden gleich. Was die Einheit für den Einzelnen bedeutet hat,
war es nicht.
Ausdrücklich dazu: Aus Sams Werten folgt hier keine
Aussage über seinen Gesundheitszustand und keine Ursache. Das Beispiel zeigt ein
Prinzip — dass äussere Belastung und innere Reaktion auseinanderlaufen können — und
nicht, was bei Sam los ist.
8 · Der Bogen zur HRV
Damit hängen zum ersten Mal zwei Kapitel der Academy zusammen:
Trainingsbelastung beschreibt einen Teil dessen, was du deinem
Körper zugemutet hast.
HRV kann einen Teil der Reaktion deines vegetativen Nervensystems
sichtbar machen.
Keiner der beiden Werte erzählt allein die ganze Geschichte. Zusammen erzählen sie
mehr — und auch dann nicht die ganze.
Die Academy besteht nicht aus getrennten Definitionen. Sie beschreibt ein Geflecht, und
dies ist die erste Stelle, an der man das sieht.
9 · DATA → CONTEXT → UNDERSTANDING
Ist 142 viel? Ohne Zusammenhang wissen wir das
nicht. Nicht ungefähr — gar nicht.
01 · Data
Was gerechnet wurde
Load 142
Eine Zahl aus einem Modell. Sie sagt nicht einmal, aus welchem.
02 · Context
Was danebensteht
Welches Modell?Welche Sportart?DauerVerteilung der IntensitätAlex' übrige Wochedie Woche davorTrainingsphaseErholungEntwicklung über acht Wochen
Erst das Modell daneben macht aus zwei Zahlen einen Vergleich.
03 · Understanding
Was jetzt gefragt werden kann
Ist diese Belastung für Alex ungewöhnlich — oder sein Dienstagsschnitt?
Wie unterscheidet sich diese Woche von den letzten vier?
Ist der Anstieg geplant, oder ist er passiert?
Wie entwickelt sich seine Leistung in derselben Zeit?
Bewegen sich andere Signale mit?
Und wieder: Keine einzelne Zahl liefert eine Handlungsempfehlung. Sie
liefert eine bessere Frage.
10 · Ein Training ist ein Punkt. Training ist ein Verlauf.
Ein einzelner hoher Belastungstag ist für sich genommen völlig unauffällig. Interessant
wird erst, was darum herum passiert: Wo steigt die Belastung über Wochen? Wo liegen die
ruhigen Tage — und liegen überhaupt welche dort? Kommt nach drei aufbauenden Wochen eine
ruhigere? Wie sieht der Monat aus, nicht der Dienstag?
Belastung je TagMittel über sieben TageRuhetag
Beispielverlauf eines Athleten — erfundene Zahlen zur Veranschaulichung, keine
Messdaten. Dieselbe Bildsprache wie die 28-Tage-Grafik im HRV-Kapitel: gleicher
Aufbau, anderer Inhalt.
Aus diesem Gedanken sind eigene Kennzahlen entstanden — kurzfristige und langfristige
Belastung und die Differenz zwischen beiden (in vielen Anwendungen als Acute
Load, Chronic Load, CTL, ATL und TSB bezeichnet). Sie bekommen ein eigenes
Kapitel, weil sie eigene Fallen haben.
in Arbeit CTL, ATL und TSB verstehen
11 · Mehr ist nicht automatisch mehr Fortschritt
Der Satz klingt nach Binsenweisheit und wird in der Praxis trotzdem ständig verletzt.
Was die Belege hergeben — und was nicht. Eine Übersichtsarbeit mit
Zusammenschau von 40 Untersuchungen an 726 Sportlerinnen und Sportlern hat 2025
zusammengetragen, wie stark Belastungskennzahlen mit tatsächlichen
Leistungsveränderungen zusammenhängen:
ZusammenhangStärke
TRIMP ↔ maximale Sauerstoffaufnahmer = 0,63 — herzfrequenzbasierte Belastung gegen die Veränderung der VO₂max
TRIMP ↔ Laktatschweller = 0,47 — gegen die Geschwindigkeit an der Schwelle
Sitzungs-Anstrengung ↔ Laktatschweller = 0,29
äussere Belastungsmasse ↔ Leistungbegrenzt
Wie man diese Zahlen liest, ohne sie zu überschätzen: Ein Zusammenhang
von r = 0,63 ist deutlich — und weit davon entfernt, Leistungsentwicklung zu erklären.
Rechnet man ihn vereinfacht in gemeinsame Varianz um (r² ≈ 0,40), bleibt der grössere
Teil der Unterschiede zwischen Athleten offen.
Und hier geht man an dieser Stelle fast immer einen Schritt zu weit:
Woran dieser offene Teil liegt, sagt die Zahl nicht. Eine Korrelation beziffert, wie eng
zwei Grössen miteinander laufen — sie verteilt den Rest nicht auf Ursachen. Wer ihn
Schlaf, Ernährung oder Veranlagung zuschreibt, hat diese Zuschreibung mitgebracht;
untersucht wurde sie hier nicht.
Dass Leistungsentwicklung von vielem beeinflusst werden kann — Trainingsgeschichte,
Erholung, Ernährung, Beruf, Gesundheit, Veranlagung —, ist unbestritten. Nur folgt es
nicht aus dieser Zahl, und wie viel davon je wie viel ausmacht, steht in ihr erst recht
nicht.
Die Untersuchung stammt aus dem Mannschaftssport. Man darf sie nicht ohne Weiteres auf
Radsport und Laufen übertragen — und sie ist die belastbarste Zusammenschau, die wir zu
dieser Frage gefunden haben.
Was dieser Artikel deshalb nicht tut:
Er nennt keine optimale Wochenbelastung. Es gibt keine, die für alle
gilt.
Er nennt keine Steigerungsregel in Prozent. Die verbreiteten Regeln
sind Faustregeln, keine geprüften Grenzen.
Er zeigt keine Superkompensationskurve als allgemeingültige
Wahrheit. Das Bild ist ein Lehrmodell, keine Beschreibung dessen, was in einem
bestimmten Körper geschieht.
Belastung ist der Reiz. Anpassung entsteht in der Erholung danach — und wie viel davon
ankommt, hängt an mehr Dingen, als eine Zahl fassen kann.
12 · Was Trainingsbelastung nicht bedeutet
Stimmt nicht„Je höher mein Load, desto besser habe ich trainiert.“
Die Zahl beschreibt den Umfang des Reizes, nicht seinen Nutzen.
Eine harte Einheit zur falschen Zeit erzeugt eine hohe Zahl und wenig Anpassung.
Stimmt nicht„100 TSS sind für jeden Athleten dasselbe.“
Und zwar gleich doppelt nicht. Der Wert hängt an deiner
Schwellenleistung; er ist also schon von Haus aus persönlich. Und was derselbe
relative Reiz bei zwei Menschen auslöst, ist wieder verschieden.
Sie kennt die Zahlen, die dein Gerät geliefert hat, und rechnet
sie nach einem Modell um. Über deine Reaktion weiss sie nur so viel, wie du ihr
gegeben hast.
Stimmt nicht„Wenn mein Load sinkt, verliere ich Fitness.“
Jedenfalls nicht so einfach. Bewusst reduzierte Belastung vor
einem Wettkampf ist eine seit Langem verwendete Vorgehensweise, und sinkende
Belastung bedeutet für sich genommen weder Verlust noch Gewinn.
Stimmt nicht„Eine harte Woche führt automatisch zu mehr Fortschritt.“
Der Zusammenhang zwischen Belastung und Anpassung ist vorhanden,
aber weit von eins entfernt — siehe die Zahlen im vorigen Abschnitt.
Stimmt nicht„Training Load und Ermüdung sind dasselbe.“
Belastung ist, was du getan hast. Ermüdung ist eine Reaktion
darauf, und sie hängt auch an dem, was ausserhalb des Trainings passiert.
Stimmt nicht„Ein einzelner Load-Wert sagt mir, ob ich morgen trainieren sollte.“
Er ist ein Punkt in einem Verlauf. Was du morgen tust,
entscheidest du — mit deinem Trainer, wenn du einen hast, und mit allem, was neben
der Zahl steht.
13 · Drei Kapitel zusammen gelesen
Jetzt lassen sich zum ersten Mal die drei fachlichen Themen der Academy
nebeneinanderlegen. Acht Wochen bei Alex:
HRVim eigenen Bereichim eigenen Bereich, zwei Ausreisserim eigenen Bereich
Hat das Training funktioniert? Die verlockende Antwort ist «ja». Die
ehrliche ist länger:
Was wir jetzt sehen: Die Belastung ist gestiegen. Die
Schwellenleistung ist über drei Messungen in dieselbe Richtung gegangen. Die
Erholungssignale sind dabei in Alex' üblichem Bereich geblieben. Das ist ein Bild, das
zusammenpasst — und «zusammenpassen» ist deutlich mehr, als eine einzelne dieser drei
Zeilen je aussagen könnte.
Was wir immer noch nicht wissen: ob die höhere Belastung diesen
Zuwachs verursacht hat. Ob er auch mit weniger gekommen wäre. Ob ein anderer Zuschnitt
mehr gebracht hätte. Und ob die +16 Watt über acht Wochen ausserhalb dessen liegen, was
der Test von allein schwankt — für den einzelnen Schritt von 8 Watt ist genau das
fraglich, für drei Schritte in dieselbe Richtung deutlich weniger.
Das ist der Unterschied zwischen einer Plattform, die dir
«Fortschritt» meldet, und einer, die dir zeigt, worauf sich dieses Urteil stützt.
14 · Zusammenhang ist nicht Ursache
Wenn deine Belastung steigt und deine Schwellenleistung später auch, ist das ein
Zusammenhang. Eine Ursache ist es damit noch nicht.
In denselben acht Wochen war vielleicht auch das Wetter besser, du bist mehr draussen
gefahren, du hast besser geschlafen, du warst weniger krank, und du hast dich mehr
angestrengt, weil du deine Zahlen im Blick hattest. Jeder dieser Punkte kann einen Teil
beigetragen haben.
Daten kritisch zu lesen heisst nicht, ihnen zu misstrauen. Es heisst,
zu wissen, welche Aussage sie tragen — und welche man ihnen unterschiebt.
15 · Was dieser Artikel ausdrücklich nicht ist
Er erklärt Sportwissenschaft. Er gibt keine medizinischen Empfehlungen
und keine persönliche Trainingsanweisung.
Wie viel Belastung für dich richtig ist, hängt von Dingen ab, die kein Artikel kennt.
Anhaltende Erschöpfung, Beschwerden, Leistungseinbrüche über Wochen — das gehört zu
einer Ärztin oder einem Arzt oder zu einer Trainerin, nicht in eine Auswertung.
16 · Belastung beschreibt, was du getan hast
Ein einzelner Wert — Load 142 — sagt wenig.
Zusammen mit deiner Trainingsgeschichte, der Entwicklung deiner Schwellenleistung,
deinen Erholungssignalen, deiner Trainingsphase und dem Verlauf über Wochen wird daraus
etwas, mit dem man arbeiten kann.
In Sumenia stehen diese Werte nicht als einzelne Zahlen nebeneinander, sondern im
Verlauf und neben den Signalen, die dazugehören.
Belastung beschreibt, was du getan hast.
Entwicklung zeigt, was daraus geworden ist.
Die Belastungs- und die Formkurve stehen
dort im Bereich Fitness.
Weiterlesen
Quellen
Impellizzeri, F. M., Shrier, I., McLaren, S. J., Coutts, A. J.,
McCall, A., Slattery, K., Jeffries, A. C., & Kalkhoven, J. T. (2023).
Understanding Training Load as Exposure and Dose. Sports Medicine, 53(9),
1667–1679. doi:10.1007/s40279-023-01833-0 — Fachbeitrag.
Quelle für äussere und innere Belastung und für den Massstab, an dem sich jede
Belastungskennzahl messen lassen muss.
Clemente, F. M., Scanlan, A. T., Ramirez-Campillo, R., Martinho, D.,
Thapa, R. K., Chamari, K., Silva, R. M., Moran, J., Sarmento, H., Xu, Q., &
Afonso, J. (2025). The correlations between training load parameters and
physical performance adaptations in team sports: A systematic review and
meta-analysis. Sports Medicine – Open, 11(1), 156.
doi:10.1186/s40798-025-00952-4 — Systematische Übersichtsarbeit
mit Zusammenschau, 40 Untersuchungen, 726 Sportlerinnen und Sportler. Quelle
der Zusammenhangsmasse.
Impellizzeri, F. M., Marcora, S. M., & Coutts, A. J. (2019).
Internal and External Training Load: 15 Years On. International Journal of
Sports Physiology and Performance, 14(2), 270–273. —
Fachbeitrag.
Foster, C., Florhaug, J. A., Franklin, J., Gottschall, L., Hrovatin,
L. A., Parker, S., Doleshal, P., & Dodge, C. (2001). A New Approach to
Monitoring Exercise Training. Journal of Strength and Conditioning Research,
15(1), 109–115. — Originalarbeit. Quelle des Verfahrens der
Sitzungs-Anstrengung.
Bourdon, P. C., Cardinale, M., Murray, A., et al. (2017).
Monitoring Athlete Training Loads: Consensus Statement. International Journal of
Sports Physiology and Performance, 12(s2), S2-161–S2-170.
doi:10.1123/IJSPP.2017-0208 — Konsenspapier.
Wang, C., Vargas, J. T., Stokes, T., Steele, R., & Shrier, I. (2020).
Analyzing Activity and Injury: Lessons Learned from the Acute:Chronic Workload
Ratio. Sports Medicine, 50(7), 1243–1254. doi:10.1007/s40279-020-01280-1 —
Übersichtsarbeit.
Marken:Training Stress Score und
TSS sind Kennzeichen von Peaksware / TrainingPeaks. Sie werden hier nur
beschreibend genannt.